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Pomologen-Verein e.V.

25-jähriges Jubiläum des PV

25 Jahre Pomologen-Verein e.V.

2016 wird der Pomologen-Verein e. V. 25 Jahre jung. Er hat in dieser Zeit eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben für sich entdeckt. Und manches schon bewirken können.

Der Verein betrachtet sich als legitimer Nachfolger des von 1860 bis 1919 bestehenden „Deutschen Pomologen-Vereins“. Dieser hatte zeitweise mehr als 5.500 Mitglieder und sich die Sortenkunde, Bewertung, Pflege und Nutzung von Obst zur Aufgabe gemacht: Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Pomologie zu ihrer Blüte als Lehre von den Obstsorten und vom Obstbau.

Nach der Umbenennung des Pomologen-Vereins 1919 in „Deutsche Obstbau-Gesellschaft“ begann ein schleichender Verfall an Sortenkenntnissen, zum Teil als logische Folge des Strukturwandels (Intensivierung des Anbaus, Internationalisierung des Fruchthandels, starke Verengung der Sortimente).

Der heutige Pomologen-Verein wurde im Januar 1991 von 16 Mitgliedern im Kreis Diepholz in Niedersachsen gegründet. Er hat sich die Erhaltung der genetischen Vielfalt an Obstgehölzen in Gärten und der Landschaft zum Ziel gesetzt. Im Laufe der Jahre wurde er fachlich zunehmend geschätzt. Er wird heute bei Studien, Kartierungen und wissenschaftlichen Untersuchungen gerne in Anspruch genommen.

Der Verein arbeitet unter anderem mit Kommunen, Umweltbehörden, Stiftungen, Streuobstinitiativen, Naturschutz und Landschaftspflegeverbänden, Obst- und Gartenbauvereinen sowie anderen Institutionen zusammen. Obstkundler im europäischen Ausland werden in die Arbeit mit einbezogen, um auch den länderübergreifenden Informationsaustausch zu gewährleisten.

Die Interessen der inzwischen über 1.200 Mitglieder, darunter auch über 30 in Österreich und weiteren europäischen Ländern, sind breit gestreut: Viele pflegen eigene Bäume oder Obstwiesen mit alten und auch anbauwürdigen neuen Sorten, einige haben beruflich als Baumschuler, Biologen, Versafter oder Erwerbsobstbauern mit der Erhaltung der Sortenvielfalt zu tun. Andere wiederum sammeln historische pomologische Literatur und forschen über die Geschichte von Sorten.

Zur Weitergabe von Sortenkenntnissen wurden und werden Bestimmungsseminare von langjährigen Praktikern des Vereins angeboten. Zahlreiche Arbeitsgruppen bearbeiten einschlägige Themen wie z. B. Sortenkunde, Erhalternetzwerk, Pomologische Kommission, Obstgehölzpflege oder Gentechnik im Obstbau.

Fast in allen Bundesländern wurden in den letzten Jahren Landesgruppen gebildet. Ihre Sprecher sind Ansprechpartner direkt vor Ort für Fragen rund um die lokalen oder regionalen Obstsorten, Anbau und Verwertung und organisatorische Aufgaben. Sie richten vielfältige Obstschauen und Beratungstage aus, die meist mit Sorten­bestimmungen und Verkostungen einhergehen.

Die jährliche, für alle Interessierten offen stehende Klausurtagung des Vereins in Naumburg/Hessen hat sich im Laufe der Jahre zu einem Forum für internationalen fachlichen Austausch entwickelt.

Der Pomologen-Verein gibt regelmäßig ein aufwändig farbig gestaltetes Jahrbuch heraus, das über seine Arbeit informiert, alte Obstsorten, aber auch neue Obstarten für Deutschland, Fachliteratur, Veranstaltungen und Forschungsergebnisse vorstellt. Daneben versorgen Rundbriefe die Mitglieder mit weiteren Informationen.


25-jähriges Jubiläum

Der Pomologen-Verein feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen mit Aktionen in den Landesgruppen, einer interessanten Klausur­­tagung und einer Fest­ver­anstaltung auf der Mitglieder­versammlung.

Jubiläumsmarke 25 Jahre PV

Die originale Marke wurde 1910 zum 50-jährigen Jubiläum des historischen Deutschen Pomologen-Vereins herausgebracht.

» de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Pomologen-Verein

Über den aktuellen Pomologen-Verein gibt es natürlich auch einen Artikel:

» de.wikipedia.org/wiki/Pomologen-Verein


Wer kennt sie noch, die alten Sorten?

Göttin Pomona Skulptur im Schlosspark Harbke auf der barocken Nischenwand aus dem Jahr 1745
Göttin Pomona

Fast unmerklich verschwinden seit Jahr­zehnten die Obstbäume aus Gärten und Wiesen unserer Landschaft. Mit ihnen verschwinden viele der alten Sorten, die von unseren Vorfahren genutzt, sorgsam gehütet und vermehrt wurden. Wer kennt noch den Prinzenapfel, die Kirkes Pflaume, die Muskateller Birne oder die Kirsche Königin Hortense?

Mit ihnen sind auch wertvolle Eigenschaften wie z.B. Krankheitsresistenzen unwieder­bringlich verloren. Die Spezialisierung des Handels auf einige wenige Standardsorten beschleunigt den Verlust der genetischen Vielfalt. Dies geht einher mit dem Verschwinden des selbstangebauten Obstes von unserem Speisezettel als eine Folge vereinheitlichter Supermarkt-Früchte.

Obstsorten sind ein lebendiges Kulturerbe, das wir erhalten wollen. Über 20 Jahre Pomologen-Verein e.V. haben sich gelohnt: Unsere Mitglieder konnten viele Sorten erhalten, neue Pflanzungen anlegen und das Wissen weitergeben.

Machen Sie mit:
Werden Sie Mitglied im Pomologen-Verein e.V.


Apfelsortenverzeichnis mit 1971 Sorten

Logo National Fruit Collection

Auf der Suche nach alten Apfelsorten hat Willi Hennebrüder in mühevoller Fleißarbeit Seite für Seite von National Fruit Collections, Brogdale Farm, herunter geladen und in eine übersichtliche Datei übertragen. Die Datei wurde ergänzt durch eine Rubrik „Deutsch“. Dort wurden Sorten aufgenommen, die auch in der deutschen Literatur beschrieben worden sind.

Apfelsortenverzeichnis Brogdale als PDF (1,7 MB)

Durch Anklicken der Sortennamen gelangt man auf die Originalseite mit der Sortenbeschreibung.

Vielleicht finden Sie ja dort die eine oder andere verschollene Sorte – z.B. wird eine Lucasrenette aufgeführt, die ansonsten nicht in der deutschen Literatur auftaucht.

Die Brogdale Farm gibt Reiser ab, die aber nicht gerade preiswert sind.


Obstbau-Geschichte

Obstgärtner beim Veredeln, Spätmittelalter
Obstgärtner beim Veredeln, Spätmittelalter

Herbert Ritthaler hat einen geschichtlichen Abriss zusammengestellt, den er leicht abgeändert der Broschüre Pfälzer Obstkultur (erhältlich in unserem Online-Shop) entnommen hat.

Die Obstbau-Geschichte im Überblick als PDF (218 KB)