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Obstsorte des Jahres

Norddeutschland

Apfel des Jahres in Norddeutschland

2016 Horneburger Pfannkuchen
2015 Rosa Claussen
2014 Gelber Richard
2013 Knebusch
2012 Rotfranch
2011 Martini
2010 Juwel aus Kirchwerder
2009 Stina Lohmann
2008 Wohlschmecker aus Vierlanden
2007 Seestermüher Zitronenapfel
2006 Altländer Pfannkuchen
2005 Wilstedter Apfel
2004 Biesterfelder Renette
2003 Ruhm von Kirchwerder
2002 Celler Dickstiel
2001 Finkenwerder Herbstprinz
 
 

Fotos: Nimar Blume (2011-2013)
Hermann Timmann (2010)
Henning Scholz (2001-2009)

Hessen

Hessische Lokalsorte 2015 – Anhalter

Hessische Lokalsorte 2015 – Anhalter Foto: Ottfried Schreiter / Steffen Kahl
Anhalter
Foto: Ottfried Schreiter / Steffen Kahl
Präsentation Apfelmarkt v.l.: T. Zebunke, A. Langsdorf, H. Fischer, R. Scheibel, S. Kahl Foto: Simone Kahl
Präsentation Apfelmarkt
v.l.: T. Zebunke, A. Langsdorf, H. Fischer, R. Scheibel, S. Kahl
Foto: Simone Kahl

Früchte Präsentation Apfelmarkt Foto: Steffen Kahl
Früchte Präsentation Apfelmarkt
Foto: Steffen Kahl
Pflanzaktion Obsthof am Steinberg Foto: Simone Kahl
Pflanzaktion Obsthof am Steinberg
Foto: Simone Kahl
Pflanzaktion Schloss Neuweilnau Foto: Simone Kahl
Pflanzaktion Schloss Neuweilnau
Foto: Simone Kahl

Bei der Lokalsorte des Jahres 2015 handelt es sich um eine alte hessische Apfelsorte von z.T. überregionaler Bedeutung – den ‚Anhalter‘. Die Sorte hat ihren Verbreitungs­schwerpunkt im Taunus und der Wetterau. Der Pomologe Dr. Thomae erhielt sie 1858/59 von dem Kronberger Gärtner Müller mit der Bemerkung, dass die Sorte dort unter dem Namen „Christ’s Wildling“ verbreitet sei, weil sie der berühmte Apfelpfarrer Christ aus Kernen gezogen habe. Der Anhalter wurde wegen seiner großen Fruchtbarkeit, langen Haltbarkeit und der vielseitigen Verwendung besonders geschätzt. Die Sorte hat sich bis heute in einigen Baumschulen gehalten und ist entsprechend in Mittel- und Südhessen als robuster und wertvoller Wirtschaftsapfel verbreitet.

Die Landesgruppe Hessen hat die Lokalsorte 2015 auf dem Apfelmarkt der Naturschutz-Akademie Hessen, am 28.9.2014 in Wetzlar der Öffentlichkeit präsentiert. Pomologen, Naturschützer aus Ober-Mörlen, sowie der Leiter der Naturschutz-Akademie A. Langsdorf und T. Zebunke vom Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Abt. Landwirtschaft haben den Anhalter gemeinsam mit dem neuen Faltblatt vorgestellt. Der Apfelmarkt in Wetzlar bietet seit jeher dem Publikum die Möglichkeit, sich über alte Obstsorten, die Pflanzung und Pflege von Obstbäumen in Garten und Landschaft zu informieren. Der Pomologen-Verein unterstützt die Veranstaltung mit einer Obstsortenausstellung und bietet eine weitreichende Beratung. Die Obstsorten­bestimmung durch S. Kahl wurde wie immer sehr gut angenommen.

Seitdem haben weitere Präsentationen u.a. auf dem Hoffest und Jubiläum von Andreas Schneider – Obsthof am Steinberg, Ffm./Nieder-Erlenbach stattgefunden. Dort wurde gemeinsam mit zahlreichen Besuchern, der Homberger Apfelkönigin Julia I. und Kürbiskönigin Katharina I. aus Niederdorfelden, eine Baumpflanzung durchgeführt.

Der „Runde Tisch – Alte Obstsorten“ hat am 25.10.2014 ebenfalls zum Thema Anhalter in Ober-Mörlen stattgefunden (s. Bericht auf der Landesseite).

Einen weiteren Baum hat die LG-Hessen gemeinsam mit der Künstlergruppe „artelinos“ am Schloss Neuweilnau gepflanzt.

Ein Novum: Um die Jahressorte über den Genuss nahe zu bringen, wurde in einer kleinen Auflage ein sortenreiner Anhalter-Saft produziert. Außerdem ist die Sorte als Fruchtmodell (Nr. 03/44) in Papiermaché von der Fa. SOMSO/Coburg zu beziehen (s. auch auf der Landesseite).

Unterstützt wird die Kampagne 2015 von der Baumschule Köhler (Bruchköbel), der NABU-Gruppe Ober-Mörlen, dem MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstwiesenzentrum e.V und dem Obsthof am Steinberg, Frankfurt Nieder-Erlenbach.

Steffen Kahl

Faltblatt Faltblatt Hessische Lokalsorte 2015

 

Hessische Lokalsorte des Jahres

Zehn Jahre „Hessische Lokalsorte des Jahres“ haben dazu beigetragen, dass die regionale Vielfalt an alten Obstsorten gefördert wird. Obstliebhaber, Naturschützer und Pomologen versuchen seit 2002/03 das pomologische kulturelle Erbe in Hessen zu erhalten. Dabei macht der Pomologen-Verein gemeinsam mit anderen Apfelfreunden und heimischen Baumschulen in zahlreichen Veranstaltungen auf diese Sorten aufmerksam. Jungbäume werden angezogen und stehen für Pflanzungen zur Verfügung.

Unterstützen Sie den Erhalt alter Apfelsorten, indem Sie einen Baum der „Hessischen Lokalsorte des Jahres“ pflanzen oder Produkte aus heimischen Streuobstbeständen wie z. B. naturtrüben Apfelsaft kaufen.

2015 Anhalter

2014 Vaterapfel

2013 Siebenschläfer

2012 Spitzrabau 

2011 Metzrenette 

2010 Gestreifter Matapfel 

2009 Dorheimer Streifling 

2008 Ausbacher Roter 

2007 Kloppenheimer Streifling

2006 Gacksapfel

2005 Ditzels Rosenapfel

2004 Körler Edelapfel

2003 Heuchelheimer Schneeapfel

Saarland / Rheinland-Pfalz

Streuobstsorte des Jahres 2015: ‚Köstliche aus Charneu‘

Sonnengelb mit leichter Rötung auf der Sonnenseite zeigt sich die ‚Köstliche aus Charneu‘ Foto: Dr. Helga Buchter-Weisbrodt
Sonnengelb mit leichter Rötung auf der Sonnenseite zeigt sich die ‚Köstliche aus Charneu‘
Foto: Dr. Helga Buchter-Weisbrodt
‚Köstliche aus Charneu‘ ist eine schmackhafte Herbstbirne Foto: Dr. Helga Buchter-Weisbrodt
‚Köstliche aus Charneu‘ ist eine schmackhafte Herbstbirne
Foto: Dr. Helga Buchter-Weisbrodt

Der Arbeitskreis „Obstsorten“ des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. hat die Herbstbirnensorte ‚Köstliche aus Charneu‘ zur Streuobstsorte des Jahres 2015 für das Verbandsgebiet benannt.

Gefunden wurde die Sorte um 1800 als Zufallssämling in Charneu (heute Charneux) in der belgischen Provinz Lüttich. Vom Deutschen Pomologenverein wurde ‚Köstliche aus Charneu‘ bereits 1857 zum Anbau empfohlen. 1922 wurde sie, neben ‚Boscs Flaschenbirne‘ und ‚Williams Christbirne‘ von der Deutschen Obstbaugesellschaft als wirt­schaftlich wichtig eingestuft. Heute ist sie eher eine Liebhaber­sorte mit geringer wirt­schaft­licher Bedeutung.

Die mittelgroße bis große, ovale oder kegel­förmige Birne hat eine feine grünlichgelbe Schale, die später ganz gelb ist, mit Ausnahme einer schwachen streifenartigen Rötung auf der Sonnenseite. Das gelblichweiße Fruchtfleisch ist sehr fein, schmelzend und schmeckt süß und würzig. Die Tafelbirne hat gute Lagereigenschaften und eignet sich auch zum Einkochen, Dörren oder zur Saftherstellung.

Pflück- und genussreif sind die Früchte je nach Lage ab Ende September bis Mitte Oktober, haltbar bis Anfang November. Der erzielte Ertrag ist hoch und regelmäßig, setzt aber spät ein.

Der Baum ist starkwüchsig und zeigt eine sortentypische Betonung des Mitteltriebes. Die Krone bleibt eher schmal, ist wenig verzweigt und zeigt hängende Äste. Beim Baumschnitt sollten die Gerüstäste gefördert und die Höhe begrenzt werden. Ansprüche stellt die ‚Köstliche aus Charneu‘ nur wenige, sie ist robust und geeignet für normale Gartenböden. Sie eignet sich gut für den Anbau auf Obstwiesen.

Die Streuobstsorte 2015 befindet sich als Motiv auf dem „Obstbecher 2015“ – einem echten Sammlerstück (Preis 15,– €). Der „Obstbecher 2015“ wurde in limitierter Auflage – 500 Stück – von Villeroy & Boch speziell für den Verband der Gartenbau-vereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. hergestellt. Er ist Nummer 13 der Obstbecherserie.

Die „Obstbecher“ können beim Verband (unter Shop) bezogen werden.

 

Wenn ich wüsste,
dass morgen die Welt unterginge,
pflanzte ich doch heute noch einen Apfelbaum.

Streuobstsorte des Jahres

In den zweihundert Jahren bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen der Feldobstbau und die damit verbundene Sortenvielfalt einen großen Aufschwung. Eine Fülle von Obstsorten entstand. Dann aber nahm die wirtschaftliche Bedeutung der Obstwiesen zugunsten der besser zu bewirtschaftenden Niederstammanlagen ab. Folge war ein drastischer Rückgang der landschaftsprägenden Streuobstwiesen. Wodurch natürlich auch zahlreiche Obstsorten unwiederbringlich verloren gingen oder auch stark gefährdet sind. Mit diesen Obstsorten geht ein bedeutendes Kulturgut mehr und mehr verloren.

Der Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. widmet sich der Erhaltung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen und setzt sich für die Erhaltung alter Obstsorten ein. Eigens zu diesem Zweck wurde ein Arbeitskreis gegründet. Mitglieder sind die Fachberater für Obst- und Gartenbau Michael Keller, Landkreis St. Wendel, Harry Lavall, Saarpfalz-Kreis, Karl-Heinz Schmitt, Landkreis Merzig-Wadern und Robert Weber, Regionalverband Saarbrücken. Weitere Mitglieder sind Josef Jacoby, Obstbau und Obstbauberatung in Mettlach-Tünsdorf, Herbert Ritthaler, Baumschuler in Hütschenhausen sowie Monika Lambert-Debong, Geschäftsführerin des Verbandes der Gartenbauvereine.

Das Sortenerhaltungskonzept des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. beinhaltet neben vielen weiteren Maßnahmen und Projekten, jedes Jahr die Auslobung einer Obstsorte als „Streuobstsorte des Jahres“. Für das Jahr 2015 wurde die sowohl zum Frischverzehr als auch zur Verwertung geeignete Herbstbirne ‚Köstliche aus Charneu’ ausgewählt.

Diese Obstsorte, wie auch andere, die in unserer Region gefährdet sind, lohnt es zu erhalten.

Streuobstsorte des Jahres im Überblick

2015‚Köstliche aus Charneu‘Tafel- und Wirtschaftsbirne
2014‚Goldparmäne‘Tafelapfel
2013‚Weißer Trierer Weinapfel‘Wirtschaftsapfel
2012‚Hauszwetsche‘Zwetsche
2011‚Kaiser Wilhelm‘Tafel- und Wirtschaftsapfel
2010‚Luxemburger Renette‘Tafel- und Wirtschaftsapfel
2009‚Trockener Martin‘Wirtschaftsbirne
2008‚Spanisch Braune‘Kirsche
2007‚Harberts Renette‘Tafel- und Wirtschaftsapfel
2006‚Doppelte Philippsbirne‘Tafel- und Wirtschaftbirne
2005‚Metzer Mirabelle‘Mirabelle
2004‚Gelber Edelapfel‘Küchen- und Tafelapfel
2003‚Gute Graue‘Tafel- und Wirtschaftsbirne
2002‚Roter Bellefleur‘Tafel- und Wirtschaftsapfel
2001‚Großer Rheinischer Bohnapfel‘Wirtschaftsapfel
2000‚Rote Sternrenette‘Tafel- und Wirtschaftsapfel

Pfalz

Pfälzer Obstbaum des Jahres 2015 – Süßkirsche „Frühe Rote Meckenheimer“

Frühe Rote Meckenheimer – Pfälzer Obstbaum des Jahres 2015

Mit der „Frühen Roten Meckenheimer“ wurde vom „Arbeitskreis Historische Obstsorten Pfalz-Elsass-Kurpfalz“ eine weitere Süßkirschsorte zum Pfälzer Obstbaum des Jahres 2015 gewählt (nach Lambsheimer Kurzstiel 2003 und Haumüller 2008).

Die auch als „Frühe Meckenheimer“ oder oft einfach nur als „Meckenheimer“ bezeichnete, überregional bekannte Kirschsorte hat ihren Ursprung im vorderpfälzischen Meckenheim, wo sie um 1907 wohl als Zufallssämling gefunden wurde. Zwischen 1930 bis 1950 hieß sie „Mayers Rote Herzkirsche“ oder „Frühe Rote Herzkirsche“, bis sich ab etwa 1960 der heutige offizielle Name durchsetzte. Nach dem 2. Weltkrieg fand die großfrüchtige und wohlschmeckende Sorte zunehmend sogar bundesweite Beachtung. In den 1960er und wohl teilweise noch bis Ende der 1970er Jahre war die „Frühe Rote Meckenheimer“ eine der wichtigsten frühen Herzkirschen im westdeutschen Erwerbsanbau, die sich durch große, attraktiv aussehende und wohlschmeckende Früchte mit guter Platzfestigkeit und guten Anbaueigenschaften auszeichnete. Erst ab etwa 1980 wurde sie durch andere festfleischigere und transportfähigere Frühsorten, wie z.B. „Burlat“ und „Souvenir des Charmes“ verdrängt.

Mehr dazu in der

Sortenbeschreibung Frühe Rote Meckenheimer (PDF 326 KB)

 

Pfälzer Obstsorten des Jahres

2015 Frühe Rote Meckenheimer Süßkirsche

2014 Roter Augustiner Apfel

2013 Dürkheimer Krachmandel Süssmandel

2012 Offenbacher Rote Birne

2011 Weinling Apfel

2010 Weinröschen Apfel

2009 Freinsheimer Taffetapfel

2008 Haumüller Süßkirsche

2007 Frankelbacher Mostbirne

2006 Grasblümchen Apfel

2005 Birne Veldenzer

2004 Herrgottsapfel

2003 Lambsheimer Kurzstielkirsche

2002 Seitersbirne

2001 Kandeler Zuckerzwetschge

2000 Heimeldinger Apfel