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Landesgruppe Baden-Württemberg

Apfelsaft aus rotfleischigen Äpfeln in Kraichtal-Unteröwisheim präsentiert

von links: Klaus Rupp, Karlheinz Glaser, Bürgermeister Ulrich Hintermayer, Kurt und Klaus Gärtner
von links: Klaus Rupp, Karlheinz Glaser, Bürgermeister Ulrich Hintermayer, Kurt und Klaus Gärtner

Ende August 2015 besichtigten 30 Teilnehmer um die stellvertretende Landessprecherin des Pomologen-Vereins, Zori Dierolf (Löchgau) und dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbau­vereins Rietenau, Alfred Binder, die im vollen Behang stehende Blutapfelanlage in Kraichtal-Unteröwisheim. Nun stand in Unteröwisheim am 18.09.2015 im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Besenwirtschaft „Kannenbesen“ die Präsentation des frisch abgefüllten und ungefilterten roten Apfelsaftes an. Hierzu waren der Kraichtaler Bürgermeister Ulrich Hintermayer, Karlheinz Glaser (1. Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins) und Klaus Rupp vom OGV Rohrbach a.G. in die Besenwirtschaft der Brüder Kurt und Klaus Gärtner gekommen. Nachdem die Familien Gärtner seit ein paar Jahren Most aus den rotfleischigen Äpfeln sowie das Fruchtspeiseeis „Melarossa“ anbieten, gehört nun erstmals roter Apfelsaft zur Angebotspalette. Alle überzeugten sich von der guten Qualität des erfrischenden Saftes aus den rotfleischigen Äpfeln.

Klaus Rupp vom Obst- und Gartenbauverein Rohrbach am Gießhübel, aktives Mitglied der Landesgruppe Baden-Württemberg des Pomologen-Vereins, berichtete über die Entstehungsgeschichte der rotfleischigen Apfelsorte „Roter Mond“. Dem berühmten russischen Botaniker und Obstbaupionier Iwan W. Mitschurin (1855-1935) gelang es, über 300 neue frostresistente Obstsorten für das kontinentale Klima Russlands zu züchten. Sein größter Erfolg war 1915 die Apfelsorte „Roter Mond“. Neben der Schale, dem Fruchtfleisch und den Kernen sind auch das Holz, die Blüten und Blätter von intensivem Rot durchzogen. Der in Rohrbach a.G. gebürtige Direktor der Badischen Lebensmittel-Untersuchungsanstalt und Hochschullehrer in Karlsruhe, Professor Gustav Rupp (1853-1944) stand bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Forscherkontakt mit Mitschurin. Bedingt durch den 1. Weltkrieg kam es zu einem Stillstand der Beziehungen. Professor Rupp, der von 1900 bis 1927 auch dem Reichsgesundheitsrat in Berlin angehörte, knüpfte um 1920 wieder erste Kontakte zu Mitschurin. Gustav Rupp, Professor für Lebensmittelchemie, hatte bereits 1893 das Lehrbuch „Die Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel sowie der Gebrauchsgegenstände“ veröffentlicht. Das Werk gehörte in jener Zeit zu den ersten derartigen Abhandlungen und sollte Chemikern, Medizinalbeamten, Pharmazeuten, Verwaltungs- und Justizbehörden bei der Beurteilung von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen als Richtschnur dienen. Angesichts der steigenden Not der Bevölkerung nach dem 1. Weltkrieg schlug Professor Gustav Rupp den flächenmäßigen Anbau der rotfleischigen Apfelsorte zur Mostwein-Herstellung in Baden vor. Er war der Meinung, dass die Urkraft der roten Pflanzenfarbstoffe das Wohlbefinden und die Vitalität der badischen Bevölkerung verbessern könnte. Aber es war aus politischen Gründen nicht möglich, die Züchtung des glühenden Lenin- und Stalin-Verehrers Mitschurin in Baden durchzusetzen. Über die Berliner Baumschule Späth bezog Gustav Rupp Veredelungsreiser der Sorte „Roter Mond“. An einem Geheimstandort auf Gemarkung seiner Heimatgemeinde Rohrbach a.G. wurden die Edelreiser auf eine Bittenfelder-Sämlingsunterlage aufveredelt. Leider wurde der Baum im Rahmen der Flurbereinigung im Jahr 1967 gerodet. Aber durch die rechtzeitige Entnahme von Edelreisern durch Oskar und Klaus Rupp wurde die rotfleischige Apfelsorte erhalten. Längst hat die Wissenschaft das hohe Gesundheitspotential der rotfleischigen Äpfel festgestellt, was in den letzten Jahren zu Neuzüchtungen rotfleischiger Apfelsorten führte.

Klaus Rupp


Streuobstbau: Oeschberg-Palmerschnitt in Sennfeld

Oeschberg-Palmer-Schnittexperte Helmut Ritter in Aktion
Oeschberg-Palmer-Schnittexperte Helmut Ritter in Aktion

Zu einem speziellen Schnittkurs für großkronige Obstbäume hatte die Landesgruppe Baden-Württemberg des Pomologen-Vereins auf ein Feldgrundstück nahe des Aussichtspunkts „Lichte Eiche“ auf Gemarkung Sennfeld geladen. Unbeeindruckt von nasskalter Witterung und Dauer­niesel­regen folgten die 20 zum Teil weit angereisten Teilnehmer um den Landes­sprecher Hermann Schreiweis aus Roigheim den Ausführungen des Kursleiters Helmut Ritter aus Strümpfelbach (Remstal).

Ritter, ehemaliger Schüler des Pomologen und „Remstalrebellen“ Helmut Palmer, führte zu Beginn sehr anschaulich in die theoretischen Grundlagen des Oeschberg-Palmerschnitts ein. Die Schnittmethode wurde ab 1920 von Dr. Hans Spreng in der Schweiz entwickelt und von dem Obstbauexperten Helmut Palmer nach dem Zweiten Weltkrieg in Württemberg weiterentwickelt.

Beim Oeschberg-Palmerschnitt gibt es keine über mehrere Etagen angeordneten Gerüstäste, die das Kroneninnere überbauen und die unteren Kronenbereiche beschatten. Denn durch den Lichtmangel verkahlen viele Äste und es entstehen Schattenfrüchte.

In einer über dreistündigen Schnittdemonstration stellte Ritter zwei etwa 20-jährige Apfelbäume nach der Oeschberg-Palmermethode um. Es wurden jeweils Baumkronen erzielt, die aus drei bis vier steilen Leitästen sowie einer spindelförmigen Stamm­verlängerung bestehen, an denen sich sogenannte selbsttragende begleitende Fruchtäste befinden. Diese Äste sind mit Fruchtholz garniert. Helmut Ritter meinte, das Hauptaugenmerk sei auf die Stabilisierung der neu geschaffenen Leitast­fortsätze und die begleitenden Fruchtäste zu richten, was nur durch Rück- und Anschnitt der jeweiligen Spitzen erreicht werden kann. Er erläuterte, dass die künftige Fruchtlast der außen angehängten begleitenden Fruchtäste sowie der untergeordneten Fruchtäste die Leitäste automatisch etwas nach außen zieht. Auch hierdurch sei das Eindringen des Sonnenlichts bis in die untersten Baum­bereiche gewährleistet. Er wies auch auf die geringere Unfallgefahr hin, denn da die Leit- und begleitenden Fruchtäste keine Seitenäste haben, können die Leitern seitlich an den Leitästen angelegt werden. Im Vereinsheim des Fußball­vereins Sennfeld vertiefte Ritter nochmals die erworbenen Kenntnisse und zeigte an mitgebrachten jungen Hochstammbäumen den Pflanzschnitt.

Klaus Rupp


Blütenrundgang in Gärtners Blutapfel-Obstanlage

Blüte in Unteröwisheim
Blüte in Unteröwisheim

Mit dem legendären Verführungsmittel Apfel fing dereinst bekanntlich alles an. Aber nicht irgendeine Apfelsorte ist in einer der Familien Klaus und Kurt Gärtner in Unteröwisheim im Spätjahr zu erwarten, sondern Äpfel aus „Fleisch und Blut“ ...

Dazu sind folgende Zeitungsartikel erschienen:

Artikel lesen im Eppinger Stadtanzeiger ...

Artikel lesen im Mittteilungsblatt der Stadt Kraichtal ...


Streuobstwiese ›Pomona Palatina‹ des Golf Club St. Leon-Rot

Streuobstwiese ›Pomona Palatina‹ des Golf Club St. Leon-Rot

In St. Leon-Rot im Süden des Rhein-Neckar-Kreises hat sich der Golf Club schon vor einiger Zeit entschlossen, seine weitläufigen Flächen auch für eine nachhaltige Streuobstpflanzung zu nutzen. Erwin Holzer, Oberdieck-Preisträger 2002, hat dafür ein Konzept initiert, bei dem 31 Gemeinden und Städte der Region jeweils eine Obstsorte übernehmen, die in mehreren Exemplaren aufgepflanzt wird.

Eine derart vollständige Sammlung lokaler und regionaler Obstsorten ist selten in Deutschland. Etwa 2/3 der Bäume sitzen bereits an ihrem angedachten Platz und werden bewässert und gepflegt, im kommenden Jahr sollen alle Arbeiten inkl. Beschilderungen und eines Faltblatts abgeschlossen sein und mit einem großen Fest gefeiert werden. → Sortenübersicht


Exkursion zum Kompetenzzentrum
Exkursion zum Kompetenzzentrum für Obstbau Bodensee bei Ravensburg mit Landessprecher Hermann Schreiweis (3. von rechts)

Die nächsten Termine

Sonntag, 14. August 2016 10:00 Uhr

Sommerschnittkurs in Aspach-Rietenau

Samstag, 03. September 2016 bis Sonntag, 04. September 2016

Mitgliederversammlung 2016 mit Tagung zum 25-jährigen Jubiläum in Wetzlar

Freitag, 23. September 2016 11:00 bis 17:00 Uhr

Seminar: Bestimmung von Birnen in Hamburg

Freitag, 21. Oktober 2016 bis Sonntag, 23. Oktober 2016

15. Internationales Pomologentreffen (IPT) in Ligist in der Weststeiermark